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Hürde Deutsch

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Französische Auszubildende lernen Metallbau bei regionalen Betrieben

Zehn junge Franzosen aus Rennes sind zu Gast beim Bützower Berufsbildungsverein (BBV) in Steinhagen. Sie nehmen an einem Austauschprogramm des Deutsch-Französischen Sekretariats teil.

Drei Wochen lang werden sie ausgebildet - in einer fremden Sprache.

Bützow                                                                                                                                  

Markus Gärtner

,,Hier ist Zunder auf der Wurzel, der muss runtergebrannt werden", erklärt Lehrschweißer Gerd Rotzoll. Um ihn herum stehen fünf junge Franzosen und hören gespannt zu - erst ihrem deutschen Ausbilder und dann der Übersetzerin.

,,Die Jungs sind sehr aufmerksam; ich hoffe, dass das bis zum Ende so bleibt. Das kann auch für unsere deutschen Jugendlichen ein Ansporn sein, wenn man sagt: ,,Guckt euch mal die Franzosen an", lobt der Lehrmeister das Austauschprogramm. Seit letztem Jahr läuft der Austausch, der vom Deutsch-Französischen Sekretariat und der Industrie- u. Handelskammer in Schwerin initiiert wurde. Jugendliche aus Deutschland und Frankreich sollen jeweils drei Wochen im Ausland ausgebildet werden und eine neue Kultur kennen lernen. Bisher verbinden viele von den französischen Besuchern Deutschland nur mit Bier und Oktoberfest. ,,Es ist gut, sich zu öffnen und nicht nur mit anderen Arbeitstechniken, sondern auch mit einer neuen Kultur in Kontakt zu kommen". erzählt Charlie Citeau. ,,Die französischen Jugendlichen können hier auch Sachen machen, die so in Frankreich nicht angeboten werden, wie zum Beispiel das Gasschweißen" erklärt Peter Müller vom BBV. In drei Wochen lernen die Metallbau-Azubis sowohl im Verein als auch bei verschiedenen Betrieben in der Region. Neben dem Praktikum haben die jungen Franzosen ein volles Programm: Fahrten nach Berlin, Rostock, Schwerin und Besuch des Technischen- und des Meereskunde-Museums.
Auch Bützow sollen sie näher kennen lernen. Schüler des Gymnasiums machen für die Besucher eine Führung durch die historische Altstadt und planen ein gemeinsames Fußballspiel. ,Bei der letzten Gruppe haben sich schon einige Franzosen in die Bützower Mädels verguckt, da wird jetzt noch per Email kommuniziert", erzählt Müller lachend.Die Schüler hätten die Franzosen sogar bei einer Klassenfahrt besucht. Auch die Dolmetscherin Catherine Küpper hat positive Erfahrungen gemacht.Die deutschen und französischen Auszubildenden beim BBV lernen unter ihrer Anleitung jeden Morgen von sieben bis zehn Uhr zusammen die Sprache der anderen.
,,Am Anfang stehen sich alle ängstlich gegenüber, dann reden sie irgendwann über Bier und Mädchen und am Ende ist alles super", erzählt die 29-Jährige. Die ist eigentlich unabkömmlich, denn die Ausbilder sind oft auf sie angewiesen.,,Manchmal geht es hier um Millimeter, das müssen die Jungs genau verstehen, damit die Maschinen heil bleiben", sagt Ausbilder Armin Reining.  Am 28. Oktober fahren deutsche Maler-Azubis nach Tours, im Frühjahr kommen französische Lehrlinge nach Bützow. ,,Da freuen sich die Jungs schon drauf, denn da sind auch Mädchen dabei", so Müller.

 
Schweißer
Schweißer gefragt wie nie

(Quelle SVZ:) 12.September 2007 von Ralf BadenschierSchweisser
STEINHAGEN - Der Kranbauer Liebherr sucht ausgebildete Spezialisten. Auch Werften fragen nach qualifizierten Fachkräften bei den Arbeitsagenturen nach. Diese Nachfrage spürt auch der Bützower Berufsbildungsverein in Steinhagen (BBV). "Nicht wir müssen fragen, habt ihr etwas für uns?, sondern die Agentur ruft bei uns an und fragt, könnt ihr da was machen?", erzählt BBV-Geschäftsführer Peter Müller. Die Plätze im Schweißkabinett des BBV sind ausgebucht. Doch auch Metallbauer werden gesucht. "Dabei ist nicht nur die praktische Seite gefragt, ein Metallbauer muss heute auch Zeichnungen richtig lesen können", weiß der BBV-Chef um die gestiegenen Erwartungen der Wirtschaft. Diese Nachfrage an Fachkräften bieten auch eine Chance für ältere Arbeitnehmer. Doch qualifizierte Arbeitskräfte setzen eine Fort- und Weiterbildung in hoher Qualität voraus. Deshalb stellte sich der BBV vor eineinhalb Jahren einem Verfahren zum Erwerb eines Qualitäts-Zertifikats. "Nur wer dieses Siegel hat, erhält auch bestimmte Aufträge von den Arbeitsagenturen", erklärt Müller.
Die rund 40 Mitarbeiter setzten sich deshalb z.B. in den zurückliegenden 18 Monaten selbst noch einmal auf die Schulbank. "Nach Feierabend", betont der Geschäftsführer. Auch die technischen und materiellen Voraussetzungen vor Ort werden mit bewertet. "Und da haben wir ja selbst in den letzten Jahren einiges aufgebaut", so der BBV-Chef. Nicht zuletzt kommt es auf die Sozialkompetenz an. "Viele unserer Lehrgangsteilnehmer müssen wieder an den Arbeitsrhythmus herangeführt werden. Pädagogisches Geschick und Fingerspitzengefühl sind da gefragt", sagt die leitende Sozialpädagogin Karin Schiffer.
Der Sabeler Fred Topfstedt war 40 Jahre als Schlosser tätig, zuletzt auf der Neptunwerft. Jetzt war er drei Jahre arbeitslos. Er hofft nach der Maßnahme im BBV wieder auf einen Job. "Die hier bei uns im Schweißkabinett sind, haben eigentlich alle eine Chance, wenn sie wollen", sagt Ausbilder Gerd Rotzoll. "Entweder bei einer Zeitarbeitsfirma, aber auch richtig in einer Festanstellung."
 
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